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Qualifizierung und Integration von Zugewanderten in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft
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Qualifizierung und Integration von Zugewanderten in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft

11.04.2019 | Stephanie Morsch

Saarländisches Modellprojekt INGE zur Qualifizierung und Integration von Zugewanderten in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft gestartet

Der Bedarf an Fachkräften in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft ist derzeit größer als das am deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Angebot. Gleichzeitig ist bedingt durch die demografische Entwicklung eine zunehmend erhöhte Anzahl an Pflegebedürftigen und medizinisch versorgten Patienten zu erwarten. Deshalb wird nach Wegen der Fachkräftesicherung gesucht.

Der saarland.innovation&standort e.V. (saaris) führt im Saarland das Modellprojekt INGE durch, welches durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) finanziert und begleitet wird. Im Rahmen des Modellprojekts wird die Herausforderung des Fachkräftebedarfs im Gesundheitswesen aufgegriffen. Nach einer über einjährigen Konzipierungsphase befindet sich das INGE seit Januar 2019 in einer drei Jahre andauernden Umsetzung. Als Schwerpunkte stehen die Bereiche der Pflege, der häuslichen Betreuung und der Humanmedizin im Vordergrund.

Interessierte Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund erhalten im Rahmen des Modellprojekts die Möglichkeit, an unterschiedlichen, spezifisch für die Zielgruppe Zugewanderter entwickelten Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen teilzunehmen. Dabei werden sie auf einen Beruf in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft vorbereitet bzw. darin ausgebildet. Auch können Teilnehmende einen Schulabschluss und Sprachkenntnisse erwerben und innerhalb der Maßnahmen Praktika absolvieren. Bei allen Maßnahmen werden die Teilnehmenden sozialpädagogisch oder durch Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, die eine migrantenorientierte Fortbildung erhalten, individuell begleitet. Welche der Qualifizierungsmaßnahmen für die Interessierten in Frage kommen, kann eingangs mittels einer Kompetenzfeststellung und eines Orientierungspraktikums individuell ermittelt werden.

Für Diejenigen mit bereits im Ausland erworbenen Abschlüssen in der Pflege oder Humanmedizin stehen Qualifizierungsmaßnahmen für den Ausgleich von Defiziten zur Verfügung. Darüber hinaus werden sie während des Anerkennungsprozesses individuell unterstützt.

Die Umsetzungsphase beinhaltet aber auch die Konzipierung und Etablierung weiterer bzw. neuer Maßnahmen. Künftig sind hierzu Aktivitäten im Bereich des blended learnings zur Vorbereitung von ausländischen Fachkräften auf die Kenntnisprüfung sowie das Thema Recruiting von Pflegefachkräften im Ausland vorgesehen. Darüber hinaus soll eine effektive Integration von Fachkräften mit Approbation bzw. Berufszulassung durch die Ausarbeitung und Anwendung eines Eingliederungsmanagements erprobt werden.

Das Modellprojekt wird in seiner Gänze wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Übergeordnetes Ziel ist es, gebündelt neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Personen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund erfolgreich und zielführend in Berufe der Pflege- und Gesundheitswirtschaft integrieren lassen. Vor diesem Hintergrund sollten sich durch das Modellprojekt auch auf Landesebene erhebliche Vorteile ergeben – bei der Bewältigung des Fachkräftebedarfs in der regionalen Gesundheitswirtschaft ebenso wie im Hinblick auf politische Imagegewinne durch diese bundesweit beispielgebende Initiative.


Weiterführende Links:

www.work-in-health.de

www.saaris.de/welcome-center/integration-in-Gesundheitsberufe


Kontakt

saarland.innovation&standort e.V (saaris)
Franz-Josef-Röder-Str. 9
66119 Saarbrücken

Christoph Pietz
Projektleitung
Tel.: 0681 9520-446
E-Mail: christoph.pietz@saaris.de

Gabriela Weiskopf
Projektleitung
Tel.: 0681 9520-566
E-Mail: gabriela.weiskopf@saaris.de