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Fachkräfte durch Zuwanderung
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Fachkräfte durch Zuwanderung

19.04.2018 | Stephanie Morsch

Die „Ingenieurwissenschaftliche Qualifizierung (IAQ)“ - ein Teilprojekt des IQ Landesnetzwerkes Saarland - kooperiert mit Smart-Home-Hersteller Comexio

Viele Unternehmen in der Region spüren den Fachkräftemangel mittlerweile deutlich. „Ein einfaches Stellenangebot in der Zeitung bringt uns nicht mehr den gewünschten Erfolg bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern“, sagt Marc Christmann, Geschäftsführer des Smart-Home-Herstellers Comexio in Kerzenheim. Deshalb geht der Jungunternehmer neue Wege bei der Rekrutierung und kooperiert mit dem Aus- und Weiterbildungsnetzwerk pro-mst an der Hochschule Kaiserslautern im Rahmen der „Ingenieurwissenschaftlichen abschlussorientierten Qualifizierung“ (IAQ). Die elfmonatige Weiterbildung unterstützt zugewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Fünf Monate bilden sie sich dazu fachlich am Campus Zweibrücken weiter, danach folgen sechs Monate Praxis in der Wirtschaft.

Die Zusammenarbeit zwischen Comexio und IAQ findet auf mehreren Ebenen statt. Bei einer eintägigen Schulung im Unternehmen lernen IAQ-Teilnehmerinnen und -teilnehmer, wie man Systeme zur Gebäudeautomation programmiert. Im April 2018 haben die saarländischen IAQ-Teilnehmenden diesen Kurs absolviert. „Das hat mir sehr gefallen – es ist so wichtig für uns, unsere theoretischen Kenntnisse in der Praxis aufzufrischen“, sagt Basel Ayash. Der Elektrotechnik-Ingenieur aus Saarbrücken konnte wegen seiner Flucht aus Syrien und dem Neuanfang in Deutschland drei Jahre nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Am beruflichen Wiedereinstieg in Deutschland arbeitet er mit hoher Motivation. „Die zugewanderten Fachkräfte sind überdurchschnittlich engagiert“, berichtet Marc Christmann aus seiner Erfahrung.

IAQ-Teilnehmer, die sich bei der Schulung bewähren, haben die Chance, im Rahmen der Ingenieurwissenschaftlichen Qualifizierung ihre Praxisphase bei Comexio zu absolvieren. Diese kann dann auch  in eine Festanstellung münden. Mohamad Maher Alchehabi hat das bereits geschafft. Der Ingenieur aus Syrien und frühere IAQ-Teilnehmer arbeitet seit April bei Comexio. „Ich bin sehr glücklich, diese Chance erhalten zu haben“, sagt der begeisterte Mechatroniker aus Damaskus.

Systeme für das „Intelligente Haus“ liegen im Trend.  Man könne der gewaltigen Nachfrage gar nicht gerecht werden, sagt Christmann. Das innovative Unternehmen könnte seinen Umsatz viel schneller steigern – wenn genügend Fachkräfte da wären. Und so profitieren beide von der Kooperation mit dem IQ Projekt: Die Firma gewinnt hochmotivierte Mitarbeiter. Die Zugewanderten eine Stelle in Deutschland, die ihnen mehr bedeutet als nur finanzielle Unabhängigkeit. „Wir lieben unsere Berufe und möchten dementsprechend als Fachkräfte in Deutschland arbeiten“, sagt Jaafar Khaddam, ein weiterer IAQ-Teilnehmer aus dem Saarland. Der qualifizierte Elektrotechnik-Ingenieur aus Syrien hat bislang als Aushilfskraft in der Gastronomie gearbeitet – aber auch er hofft auf seine Chance in einem Unternehmen in Deutschland.