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An die Arbeit!
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An die Arbeit!

12.06.2018 | Stephanie Morsch

Wie können geflüchtete Menschen in Deutschland in Lohn und Brot gebracht werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Fachtagung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken. Das IQ Teilprojekt „Ingenieurwissenschaftliche abschlussorientierten Qualifizierung“ (IAQ) im Saarland und Rheinland-Pfalz beteiligte sich daran.

Bevor Geflüchtete eine Chance auf eine geregelte Arbeit haben, ist es oft ein langer Weg. Bei einer Fachtagung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken, haben Experten darüber diskutiert, wie man diesen Weg ebnen kann. „Das ist eine umfassende Aufgabe, an der viele gesellschaftliche Institutionen mitwirken müssen, denn wir haben es nicht mit einer homogenen Gruppe zu tun“, sagte Benjamin Wehbring, koordinierender Leiter des Fachbereiches Markt und Integration der Regionaldirektion. Zu unterschiedlich sind die beruflichen Qualifikationen und Kenntnisse, die die Asylsuchenden nach Deutschland mitbringen.

Wie man die Ingenieurinnen und Ingenieure unter ihnen möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integrieren kann, davon berichtete Silke Weber von der Hochschule Kaiserslautern auf dem Kongress. Sie leitet die „Ingenieurwissenschaftliche abschlussorientierte Qualifizierung“ (IAQ), ein Projekt des Aus- und Weiterbildungsnetzwerks pro-mst am Campus Zweibrücken. „Zwei Aufgaben stehen im Vordergrund, wenn wir unsere Teilnehmer auf die Praxis vorbereiten: die individuelle fachliche Anpassungsqualifizierung, in Anlehnung an die Erfordernisse des Arbeitsmarktes und fachspezifisches Deutsch“, sagte Weber. „Dazu haben wir immer die konkreten Bedarfe der Unternehmen im Blick, mit denen wir in engem Kontakt stehen“.

Aufbauend auf die individuellen fachlichen Kompetenzen, die die Ingenieurinnen und Ingenieure bereits mitbringen, bilden sie sich während sechs Monaten an der Hochschule fachlich gezielt in den Bereichen fort, in denen Unternehmen Fachkräfte suchen. Zudem werden die Teilnehmenden für die Arbeitskultur in Deutschland sensibilisiert und bei Bewerbungen unterstützt.

Das Konzept, bei dem sowohl der Medizintechnik-Ingenieur aus Syrien als auch die IT-Expertin aus dem Iran eine individuelle Förderung an der Hochschule erfahren, zeigt Erfolg: Mehr als 75 Prozent der Absolventinnen und Absolventen haben unmittelbar nach der Qualifizierung den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft.

Und so profitieren sowohl die Unternehmen, die den Fachkräftemangel in der Region mittlerweile deutlich spüren, als auch die zugewanderten Ingenieurinnen und Ingenieure. Der Job bedeutet ihnen weit mehr als finanzielle Unabhängigkeit. „Sie lieben ihre Berufe und möchten qualifikationsadäquat in Deutschland arbeiten“, so Silke Weber.

(Regina Vögel, IAQ-Koordinatorin)