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Sprachsensibilität - Der bewusste Umgang mit Sprache

Sprachsensibilität - Der bewusste Umgang mit Sprache

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts machte Mark Twain in einer Rede „Vorschläge zur Verbesserung und Vereinfachung“ der deutschen Sprache. In seiner Rede über die deutsche Sprache kam er zu dem Schluss, „dass ein begabter Mensch Englisch in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren lernen kann“. Eine vereinfachte deutsche Sprache kann jedoch nicht nur für Personen, die Deutsch als Fremdsprache lernen hilfreich sein, sondern auch für Personen, die Deutsch als Erstsprache gelernt haben. So verstehen laut Studien nur ungefähr 3 % der in Deutschland lebenden Personen alle Texte. Einfache Sprache hingegen können etwa 95 % der Bevölkerung in Deutschland lesen und verstehen.

Einfache Sprache

Einfache Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit Leseschwierigkeiten (z.B. funktionale Analphabeten, Menschen mit geringer Bildung und Ältere, deren Lesefähigkeit abgenommen hat). Des Weiteren wendet sich Einfache Sprache an Personen, die Deutsch nicht als Erstsprache gelernt haben. Im Gegensatz zur Einfachen Sprache kommt die Leichte Sprache aus der Behindertenselbsthilfe und wendet sich an Menschen, die fast gar nicht lesen können.

Tipps bzw. „Regeln", wie Sie einfacher und verständlicher schreiben, lesen Sie hier.

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Sprachsensibel beraten

Beraterinnen und Berater stehen in ihrem Beratungsalltag vor komplexen Anforderungen: In unterschiedlichen Beratungskontexten beraten sie zu unterschiedlichen Themen – persönlich oder am Telefon – und unterstützen Ratsuchende z.B. im Prozess der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse. Im Beratungsalltag gilt es, neben der fachlichen Beratungstätigkeit mit einer Vielzahl von Herausforderungen umzugehen, die vor allem auf sprachlicher Ebene liegen: Sprachlich komplexe Informationen müssen an die Kundinnen und Kunden (auch mit Deutsch als Zweitsprache) weitergegeben und Fragen beantwortet werden. Rechtliche Rahmenbedingungen und Anerkennungsbescheide werden in eine kundenadäquate und verständliche Sprache „übersetzt“. Die Sprache ist hierbei ein wichtiges und zentrales Werkzeug. Wie Beraterinnen und Berater sprachbewusst und sprachsensibel das Werkzeug Sprache in der Beratungspraxis einsetzen können, wird in der Handreichung Sprachsensibel beraten - Praktische Tipps für Beraterinnen und Berater vermittelt. Die IQ-Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch hat die Broschüre herausgegeben.

Des Weiteren hat das Projekt migration.works - Diskriminierung erkennen und handeln! – ein Teilprojekt im IQ Landesnetzwerk Hamburg – folgende Broschüren für Beraterinnen und Berater in Arbeitsagenturen, Jobcentern, Jugendberufsagenturen etc. entwickelt:

-       Wörterbuch SGB II – Leichte Sprache

-       Wörterbuch Anerkennungsberatung – Leichte Sprache

-       Visualisierungshilfe für beschäftigungsorientierte Beratung

-       Kundengespräche mit Dolmetscherinnen und Dolmetscher

Diese Broschüren können Sie bei uns – dem IQ Landesnetzwerk Saarland – bestellen. Bitte nutzen Sie dazu die Bestellliste.

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Rückblick IQ-Forum „Sprachsensible Beratung“

Am 22. Juni nahmen 47 Personen – bei extremer Hitze, Sturm und Hagel – am IQ-Forum „Sprachsensible Beratung“ in der Hermann-Neuberger-Sportschule teil. Die Teilnehmenden erhielten in verschiedenen Workshops Informationen und praktische Tipps, die sie in ihrer alltäglichen Arbeit anwenden können. So erarbeiteten die Teilnehmenden in dem Workshop „Funktionaler Analphabetismus & Migration“ von Katja Hirschmann (FITT gGmbH/Arbeitsstelle Deutsch) u.a. Prinzipien der Ansprache, um Hilfs- und Lernangebote zu unterbreiten. Cristina Torres Mendes (basis & woge e. V./Projekt migration.works « Diskriminierung erkennen und handeln!») leitete den Workshop „Kundengespräche zu dritt: Kundengespräche mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern" (die Broschüre dazu können Sie hier bestellen). Sie stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern z.B. Gesprächsstrategien vor, die es Beratenden ermöglichen, die Kommunikation kundennah und effektiv - mit Dolmetscherin und Dolmetscher - zu gestalten. In den Workshops „Sprachsensibel beraten: Basis- und Vertiefungsworkshop“ von Dr. Karin Wullenweber (FRESKO e.V.) lernten die Teilnehmenden u.a. ihren eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren und zu verändern. Wir danken allen für Ihre aktive Teilnahme! Nach den Rückmeldungen werden die erarbeiteten Ansätze in der Praxis Anwendung finden und dies freut uns sehr!

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Dokumente und Informationen zum Download