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EU-Migration

EU-Migration

„Die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten ist weiterhin stark, so macht die EU-Binnenmigration 39,6 Prozent des gesamten Zuwanderungsgeschehens nach Deutschland aus.“ (Quelle: BAMF Migrationsbericht 2015)

Das Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit, eines der vier Grundfreiheiten in der Europäischen Union, besagt, dass jede Bürgerin und jeder Bürger eines EU-Mitgliedslandes das Recht hat in einem anderen Mitgliedsstaat zu leben und zu arbeiten.[1] Davon machten allein im Jahr 2015 1,9 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger Gebrauch.[2]

Im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise veränderten sich auch die innereuropäischen Migrationsbewegungen. Aus den sogenannten GIIPS Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien), welche nach der EU-Erweiterung 2004 und 2007 noch eine hohe Zuwanderung verzeichneten, fand ab dem Jahre 2009 eine hohe Abwanderung statt. Eine Abwanderung aus Südeuropa, darunter auch Weiterwanderungen, erfolgte in Länder wie nach Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich.[3]

2015 war die Zuwanderung von EU-Bürgerinnen und -Bürger nach Deutschland auf einem Höchstwert von knapp 865.000 Menschen, was einem Anteil von 43 Prozent der 2015 Zugewanderten nach Deutschland ausmachen. 143.000 Menschen kamen aus den GIPS- Staaten (ohne Irland gerechnet) und 590.000 aus den neuen Staaten nach der EU-Osterweiterung von 2004 (EU-8: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn) und 2007 (EU-2: Bulgarien und Rumänien), wovon fast die Hälfte alleine aus den EU-2 Staaten kommt.[4]

Angesichts des wachsenden Arbeitskräftemangel seit einigen Jahren, dürfen diese Potenziale durch Neuzuwanderung nicht ungeachtet bleiben. Es gilt zu untersuchen wie die bereits hier lebenden EU-Migrantinnen und -Migranten und Neuzugewanderten aus EU-Ländern besser in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können, und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Arbeitspotenzial optimal auszuschöpfen. Im Saarland sollte auf die Migrantinnen und Migranten aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn ein besonderes Augenmerk gelegt werden, da diese Gruppen stark benachteiligt sind und ein stetiger Wachstum zu verzeichnen ist.[5]

[1] http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=LEGISSUM:l33152
[2] http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Migration_and_migrant_population_statistics/de#Wichtigste_statistische_Ergebnisse
[3] http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/155393/eu-binnenmigration
[4] Europa auf Wanderschaft: EU-Bürgerinnen und EU-Bürger auf dem deutschen Arbeitsmarkt
[5] Statistiken zu EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern im Saarland